Philosophische Berufsorientierung für die 10. Klassen – ein Erfahrungsbericht

VonDavid Spiesser

Philosophische Berufsorientierung für die 10. Klassen – ein Erfahrungsbericht

Jeder muss früher oder später einen Beruf wählen, um die Miete zu finanzieren. Dabei spielt selbstverständlich eine große Rolle, welchen Weg wir im Leben einschlagen wollen, welche Talente oder Schwächen wir haben und was uns Spaß macht. Zurückblickend seinen Lebensweg zu bedauern will keiner, die richtigen Entscheidungen zu treffen ist jedoch oft nicht so leicht, deshalb sollte ein dreiwöchiger Kurs uns bei der Berufsfindung weiterhelfen. Hierbei handelte es sich allerdings nicht um einen Workshop, bei dem uns am Ende bestimmte Berufe vorgeschlagen wurden. Vielmehr ging es – wie der Name schonsuggeriert – darum, sich selbst besser kennenzulernen, also persönliche Bedürfnisse, Werte und Ziele genauer zu erfassen, sich mithilfe der Meinung anderer mit neuen Ideen, Wegen und Denkweisen auseinanderzusetzen, dabei auch andere Lebenswege in Betracht zu ziehen und zuletzt auch Sinnfragen aufzugreifen. Geleitet wurde die philosophische Berufsorientierung von einer Referentin einer Universität, die sich selbst bereits an vielen Arbeitsfeldern rund um die Welt probiert hatte. Nach der anregenden Lebensgeschichte waren wir an der Reihe, Ansichten und Einstellungen auszutauschen. Persönlich sehen konnten wir uns dabei wegen der Schulschließung nur in der ersten Woche, die Videokonferenzen liefen allerdings genauso rund. Während den Besprechungen galt als bedeutendes Prinzip, sich gut gegenseitig zuzuhören, um fremde Auffassungen mit seinen eigenen zu vergleichen und auszuwerten. Die einen wollten nämlich eine erfolgreiche Karriere abschließen, die anderen strebten Berühmtheit und gesellschaftliches Ansehen an und für manche war Gesundheit schlicht das einzig wichtige. Sinnfragen ließen uns außerdem über den Zweck einer Arbeit reflektieren. Allgemein entwickelten wir Ansätze einer bewussteren Entscheidungsfindung und machten uns ein Bild über alle möglichen Lebensgestaltungen. Mir hat an dem Kurs vor allem gefallen, dass man angeregt wurde, intensiv über das Grundlegendste seiner Zukunft nachzudenken.

 

Tarik

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